Über uns

Der Bildungspark MG ist Teil des Lernort Stadion e.V.. Dieser hat sich zur Aufgabe gemacht politische Bildung in die Stadien in Deutschland zu bringen. Träger des Projekts ist der De Kull Jugendhilfe e.V.. Der De Kull Jugendhilfe e.V. ist ein freier Träger der Jugendhilfe und arbeitet mit jungen Menschen aus dem Raume Mönchengladbach und Umgebung, die als Hauptinteresse Fußball und den Fußballverein Borussia Mönchengladbach haben. Der Bildungspark MG existiert seit dem Sommer 2017 und ist eine Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche in Mönchengladbach und Umgebung. Die Einrichtung ist Teil des Lernort Stadion e.V., der an 20 verschiedenen Standorten außerschulische Bildungsmöglichkeiten anbietet. Das Ziel ist es dabei, die Attraktivität des Standort BORUSSIA-PARK und die Anziehungskraft des Vereins Borussia Mönchengladbach zu nutzen, um politische Bildung außerhalb des Schulkontextes durchzuführen. Egal, ob Schulklassen, Jugendeinrichtungen oder Fangruppierungen: Der Bildungspark MG bietet eine besondere Atmosphäre, um aus einem fußballzentrierten Blickwinkel an Bildungsangeboten teilzunehmen.


Unseren aktuellen Flyer findet Ihr hier

Förderer



Kooperationspartner

Verein des Projekts

Marius Künzel
Pädagogische Leitung des Bildungspark MG
Sam Brößel
Bildungsreferentin
Sophie Jansen
Bildungsreferentin
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Konzept

Das Konzept des Lernort Stadions in Mönchengladbach, beinhaltet eine Symbiose aus dem Kennenlernen des Stadions des Vereins und einem von sechs verschiedenen Workshops der politischen Bildung. Aus diesem Potpourri von Workshops können sich die teilnehmenden Einrichtungen ein- bis dreitägige Angebote aussuchen, die je nach Teilnehmer*innengruppe und Rücksprache individuell angepasst werden. Zur Auswahl stehen Workshops zu den Themen Soziale Medien, Diskriminierung und Demokratieverständnis, Konsum und Sucht, Teamwork und Gewaltprävention, Geschlechterrollen sowie Antisemitismus. Des Weiteren ist es möglich, sport- und erlebnispädagogische Aspekte aufzunehmen.

Der Bildungspark MG ist ein gemeinsames Angebot des De Kull Jugendhilfe e.V. und Borussia Mönchengladbach. Die Bildungseinrichtung wird von der DFL-Stiftung, der Borussia-Stiftung, der Stadt Mönchengladbach und dem FPMG Supporters Club gefördert.

Zielgruppen

  • Die Angebote des Bildungspark MG richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13-21 Jahren.
  • Angesprochen sind insbesondere Schülerinnen und Schüler sowie Jugendfreizeit- und Fangruppen.

Was bietet das Lernzentrum?

  • Wir bieten Schulklassen und Gruppen ein-, zwei- oder drei tägige Workshops zu Themen der politischen Bildung an, die im Rahmen von (schulischen) Projektwochen besucht werden können.
  • Die Gruppengroße soll mindestens 8 und maximal 30 Teilnehmer*innen betragen.
  • Die expliziten inhaltlichen Schwerpunkte werden nach Absprache mit den Teilnehmer*innen, Betreuern und dem Bildungspark MG-Team zusammengestellt. Vor der Woche wird ein Schulbesuch oder Kontakt angestrebt, um Möglichkeiten der Ausgestaltung des Programms zu besprechen.
  • Die Zeiten der Workshops finden nach Absprache mit der Gruppe statt. Es wird angestrebt diese wochentags während der regulären Unterrichtszeit (9:00Uhr bis 14:00 Uhr) stattfinden zu lassen.
  • Die Angebote des Bildungspark MG sind dank der Förderung der DFL-Stiftung, der Borussia Stiftung, der Stadt Mönchengladbach und des FPMG Supporters Club für Schülerinnen und Schüler kostenlos. Kosten können jedoch für Verpflegung und erweiterte Angebote entstehen.
  • Bei interessanten Ansätzen und Ideen sind wir immer bereit auch Themenwochen oder Thementage in Kooperation mit anderen Institutionen zu erarbeiten und anzubieten.

Unser Rahmenprogramm:

  • Besuch des BORUSSIA-PARKs und des Fanhausgeländes
    Gemeinsame Stadionführung und Kennenlernen des BORUSSIA-PARKs und seiner Umgebung.
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Workshop 1 : "Die neue (Fußball-) Welt: Das Netz vergisst nichts"- Social Media 

Borussia Mönchengladbach hat fast 500.000 Instagram Follower*innen und über eine Millionen Facebook Follower*innen, um Fans und Interessierte auf der ganzen Welt immer auf dem neusten Stand zu halten. Tendenz weiter steigend! Social Media ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Christoph Kramer postet Fotos von seinem Urlaub und Yan Sommer sein Mittagessen. Dies alles sind für Kinder und Jugendliche Elemente, um sich ihren Stars noch näher zu fühlen und dieses Verhalten nachzuahmen. Instagram und Co. sind Bestandteil des alltäglichen Lebens. Deshalb ist es wichtig auch bei Kindern und Jugendlichen, also „digital natives“, den bewussten Umgang anzusprechen und zu vermitteln. Alleine bei Whatsapp finden jeden Monat 1,5 Milliarden Logins statt. Instagram hat mehr als 1 Milliarde monatliche Nutzer*innen und auch das derzeit beliebte TikTok zieht monatlich 800 Millionen Menschen an.

Während des Workshops besteht die Möglichkeit mit verschiedenen interaktiven Übungen das Nutzerverhalten im Netz zu reflektieren. Weiterhin wird über die Angebote und Gefahren der Sozialen Netzwerke informiert. Durch große internationale Hasskampagnen rückt das Thema in den Fokus der Gesellschaft. Dabei ist es egal, ob es gegen einzelne Privatpersonen, Personen des öffentlichen Lebens oder gegen ganze Bevölkerungsgruppen geht, das Internet ist als Plattform für diffamierende Aussagen salonfähig geworden. Oft ist es dabei schwer, die Quellen im Netz nachzuvollziehen. Diese Tatsache nutzen extreme Gruppen aus, um an Jugendliche heranzutreten und ihre Propaganda über diese zu verbreiten. Darüber hinaus schießt man sich durch einen unüberlegten Post oder einen Kommentar auch schnell ein rechtliches Eigentor, denn das Netz ist keine rechtsfreie Zone. Diese und weitere Aspekte werden im Workshop angesprochen. Es wird sich bewusst mit Themen beschäftigt, die nah an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen sind.

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Workshop 2 : „Abseits“- Antidiskriminierung

Borussia Mönchengladbach spricht sich seit Jahren gegen Diskriminierung aus, insbesondere der Banner „Gegen Rassismus“ beschreibt die Haltung des Vereins. Mit Hilfe der Werte, die Borussia Mönchengladbach vertritt, setzten sich die Teilnehmer*innen des folgenden Workshops mit Demokratie und Diskriminierung auseinander. Im Rahmen des Workshops „Abseits“ beschäftigen sich die Teilnehmer*innen mit den demokratischen Werten unserer Gesellschaft. Zunächst wird der Begriff Demokratie definiert. Im nächsten Schritt werden die Werte einer modernen Demokratie thematisiert, wo insbesondere auf den Minderheitenschutz eingegangen wird. Über den Aspekt des Minderheitenschutzes schlägt der Workshop einen thematischen Bogen zu Diskriminierung. Zunächst wird erläutert, was unter Diskriminierung zu verstehen ist. Im weiteren Verlauf beschäftigen sich die Teilnehmer*innen mit der Entstehung und den Ebenen der Diskriminierung. Zum Ende des Workshops werden den Teilnehmer*innen Strategien mitgegeben, wie sie als Opfer und Zeuge mit Diskriminierung umgehen können.

Der Workshop soll den Teilnehmer*innen zu verstehen geben, dass demokratische Werte ihnen nicht nur in der Politik begegnen, sondern auch im Alltag. Außerdem soll gezeigt werden, dass Diskriminierung jeglicher Art die Gesellschaft spaltet.

Workshop 3: "Dopingkontrolle"-Suchtprävention

Doping im Fußball? Macht dieser Titel für einen Workshop im Bildungspark MG innerhalb des Lernort Stadion Konzepts überhaupt Sinn?

Und wie! Das Thema beinhaltet viele verschiedene Dimensionen, die je nach Interessensgrundlage der Teilnehmer*innen flexibel ausgewählt werden können. Es geht um unser Konsumverhalten als Menschen in dieser Gesellschaft.

Besonders in der heutigen Zeit ist das Konsumverhalten zu einem großen Potpourri an verschiedenen Dingen geworden. Denn dieses Thema beinhaltet nicht mehr nur den klassischen Suchtpräventionsanteil, sondern wurde gerade in der heutigen digitalen Zeit um das Thema Internet und Handy erweitert. Im Workshop wird Wert gelegt, sich selbst auszuprobieren und sich kritisch zu reflektieren.

 



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Workshop 4: „Rudelbildung – Teambuilding und Gewaltprävention“

Das Wort „Team“ wird oft in Verbindung mit Sport gebracht, besonders mit Fußball. Gerade bei Borussia Mönchengladbach wird Teamarbeit großgeschrieben. Wenn die Spieler von Borussia auf dem Platz stehen, dann müssen sie als Team funktionieren, um gewinnen zu können. Als Team zu funktionieren ist aber nicht nur im Fußball wichtig, sondern auch in vielen weiteren Bereichen in unserem Leben. Ein gute Atmosphäre innerhalb eines Teams ist auch für die Prävention von Gewalt bedeutend.

Beim ersten Teil des Workshops setzen sich die Teilnehmer*innen aktiv mit der Teamfähigkeit innerhalb der Gruppe auseinander. Hierfür werden theoretische Aspekte vermittelt und interaktive Übungen durchgeführt, um die Kooperationsgemeinschaft und die Kommunikation innerhalb der Gruppe zu verbessern.

Im zweiten Teil des Workshops wird Gewalt thematisiert. Die Teilnehmenden sollen sich mit Gewalt im Alltag, sowie mit der Entstehung und den Formen von Gewalt auseinandersetzten. Zum Ende des Workshops werden den Teilnehmenden hilfreiche Strategien im Umgang mit Gewalt an die Hand gegeben.

Der Workshop soll die Atmosphäre innerhalb der Gruppe verbessern sowie den Teilnehmer*innen helfen Gewalt in ihrem Alltag zu erkennen und mit diesen Situationen angemessen umzugehen.

Workshop 5: „Queerlatte“- Geschlechterrollen

Borussia Mönchengladbach ist ein Verein mit großer Tradition und unwahrscheinlich vielen Fans in Deutschland, Europa und auf der Welt. Innerhalb dieser riesigen Gemeinschaft – aber auch innerhalb der Nordkurve – treffen Menschen unterschiedlicher Geschlechter und sexueller Orientierungen aufeinander. Borussia vertritt nach innen und außen Werte wie Offenheit und Toleranz. Jede*r ist eingeladen, sich in und um den Verein Borussia Mönchengladbach zu engagieren, Fußball zu schauen und die Mannschaft zu unterstützen. Dabei spielen Geschlecht und sexuelle Orientierung keine Rolle.

Dennoch gibt es im Fußball und in der Gesellschaft leider weiterhin Strukturen und Stimmungen, in denen es Diskriminierungen wie Homophobie, Sexismus oder Transphobie gibt.

Im Rahmen des Workshops soll es daher darum gehen, die Teilnehmer*innen für Diskriminierungen gegenüber homosexuellen Menschen und homophobe Stimmungen im Fußball und der Gesellschaft zu sensibilisieren.

Dazu werden Vorkommnisse aus dem Fußballkontext thematisiert, in denen homosexuelle, Frauen oder Transgender diskriminiert oder zumindest homophobe Einstellungen transportiert wurden. Im Anschluss an eine gemeinsame Reflektion und Einordnung der diskutierten Beispiele wird den Teilnehmer*innen anschaulich vermittelt, was eine Diskriminierung überhaupt ist, wo sie anfängt und wie sie auf Betroffene wirkt. Davon ausgehend lernen die Teilnehmer*innen was hinter den einzelnen Diskriminierungsformen steckt, und wie sie im Fußball und dessen gesellschaftlichen Umfeld zu Tage treten. Für eine kritische Auseinandersetzung mit den Diskriminierungsformen ist es wichtig, zu ergründen, auf welchen gesellschaftlichen Vorstellungen und Strukturen sie fußen. Dazu widmet sich der Workshop auch den gesellschaftlich konstruierten Geschlechterrollen und den Zuschreibungen dessen, was angeblich „männlich“ und „weiblich“ zu sein hat. Außerdem werden kurz weitere Modelle erörtert, die das bipolare Geschlechtermodell, das ausschließlich zwischen weiblich und männlich unterscheidet, kritisch betrachten.

Auf Basis dieser Überlegungen ist es abschließend sinnvoll, die Teilnehmer*innen eigenständig überlegen zu lassen, inwiefern es für jede*n Einzelne*n in Zukunft möglich ist, solchen Diskriminierungen entgegenzutreten und so sukzessive die Toleranz und Offenheit zu erreichen, für die Borussia Mönchengladbach im Rahmen der Werte des Vereins eintritt.

Workshop 6: "Zweitzeug*innen im Fußball- Antisemitismusarbeit"

ZWEITZEUGEN e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der Kinder und Jugendliche anhand einfühlsam weitererzählter Holocaust-Überlebensgeschichten die Wesentlichkeit von Akzeptanz lehrt. Wir ermutigen sie, durch das Weitergeben der Geschichten selbst zu zweiten Zeug*innen, zu Zweitzeug*innen zu werden, sich gegen Rassismus wie Antisemitismus stark zu machen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Was unsere Arbeit bewirken kann, zeigt der Brief der 12-Jährigen Selin an die Überlebende Erna de Vries:

»Liebe Erna, es tut mir echt leid, wie du als Kind leben musstest. Ich wünsche mir, dass sowas nie passiert wär, damit du noch deine Eltern hast. Ich hoffe, dass es dir wenigstens jetzt gut geht und du eine schöne und gesunde Familie hast. Ich kenne dein Leben jetzt, deswegen bin ich deine Expertin. Ich wünsche dir alles Gute.«

Selin ist eins von über 8.500 Kindern und Jugendlichen, die wir bisher zu Zweitzeug*innen ausbilden konnten. Durch unsere Arbeit hat sie die Geschichte der Zeitzeugin Erna de Vries kennengelernt, hat mitgefühlt und möchte diese aktiv weitergeben. Mit unserem inzwischen bewährten didaktischen Ansatz schaffen wir es, Kinder und Jugendliche bereits ab einem Alter von zehn Jahren zu berühren und sie zu ermutigen, sich als Zweitzeug*innen gegen Antisemitismus und Rassismus zu engagieren.

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